Prosumer Haushalte

Arbeitspaket 3: Simulation des Haushaltssektors

Wie wirkt sich der Prosumer-Haushalt auf das gesamte Energiesystem aus?

Wenn Haushalte beginnen, selbst Energie zu erzeugen, kann dies auch mit Verhaltensänderungen hinsichtlich des Energieverbrauchs einhergehen. Einerseits können die Verbraucher ihre Geräteausstattung in den Haushalten ändern, z. B. hin zu energiesparenden Geräten oder mit dem Bestreben, die Eigenverbrauchsquote des selbst erzeugten Stroms zu erhöhen, etwa durch Wärmepumpen-Heizungsanlagen oder Elektroautos. Andererseits können sich auch bei gleichbleibender Geräteausstattung durch verändertes Nutzerverhalten Implikationen für die Lastkurve ergeben. Diese können aus der Perspektive des gesamten Energieversorgungssystems sowohl positiver als auch negativer Natur sein, so dass sie etwa Lastspitzen in den Netzen glätten oder aber erst verursachen. Dadurch wird  es erforderlich, näher zu untersuchen, wie sich die möglichen Handlungsoptionen auf Haushaltsebene auf das Gesamtsystem auswirken. Erst wenn diese Zusammenhänge untersucht und verstanden sind, lässt sich durch entsprechende Ausgestaltungen der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen sicherstellen, dass die Haushalte als „Problemlöser“ einen positiven Beitrag zum Energiesystem leisten.

Simulation: Lastkurve und Endenergienachfrage

In einer Simulation werden unterschiedliche Handlungsoptionen von Haushalten, die Anlagen zur Stromerzeugung betreiben, hinsichtlich ihres Verbrauchs- und Erzeugungsverhaltens näher untersucht. Durch eine Hochrechnung auf die Gesamtheit der Haushalte können damit die Auswirkungen auf die restliche Energiewirtschaft ermittelt werden. Dies betrifft Änderungen und Wechselwirkungen in der Lastkurve sowie die Endenergienachfrage insgesamt. Durch die Simulation des Verbrauchs einerseits und der Erzeugung andererseits lässt sich auch eine Aussage über die Belastung der Netze ableiten. Der Fokus liegt dabei auf der Stromerzeugung, berücksichtigt aber auch Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung und Möglichkeiten zur elektrochemischen Energiespeicherung in Haushalten. Die langfristige Reduktion des Strom- und Wärmebedarfs der Haushalte fließt als Randbedingung ein. Die Ergebnisse dienen als Input für das Energiewirtschaftsmodell, das in Arbeitspaket 4 um ausgewählte Haushaltstypen erweitert wird.

Mehr zur Simulation des IÖW und dem IÖW-Energie-Prosumer-Modell.