Prosumer Haushalte

Arbeitspaket 2: Empirische Analyse und Modellierung

Adoption und Diffusion dezentraler Energiesysteme unter Berücksichtigung verhaltensökonomischer und sozialpsychologischer Aspekte


In diesem Arbeitspaket werden die Entscheidungsroutinen von Prosumer-Haushalten für die Anschaffung und Nutzung von dezentralen Energiesystemen wie Photovoltaik oder KWK-Anlagen herausgearbeitet. Unter Einbeziehung der energieökonomischen, verhaltensökonomischen und sozialpsychologischen Literatur werden Routinen der Haushalte theoretisch abgeleitet und modelliert. Damit berücksichtigt die Analyse sowohl energieökonomische Aspekte wie etwa Unsicherheit, Amortisationszeiten, Netzwerkeffekte, Lernkostenkurven, als auch verhaltensökonomische und sozialpsychologische Aspekte wie soziale vs. individuelle Normen, subjektiv empfundene Fairness oder asymmetrische Risikohaltung.

Wie diffundieren dezentrale Energiesysteme in die Praxis?

Welche Dynamik die Diffusion dezentraler Energiesysteme in der Praxis hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Projekt arbeitet die technologiegruppenspezifischen Unterschiede und endogenen Einflüsse wie etwa Einkommen, Bildung oder Nachbarschaftseffekte sowie exogene Faktoren, z. B. Technologievielfalt, Wettbewerbsintensität, Einspeisevergütungen oder Energiepreisentwicklung auf konzeptioneller Ebene heraus. Für die Marktdiffusion von dezentralen Stromerzeugungstechnologien werden ausdrücklich auch Aspekte analysiert, die zu Pfadabhängigkeit und technologischen „Lock-in-Situationen“ bei bestimmten Energietechnologien führen können. Pfadabhängigkeit liegt z. B. dann vor, wenn Haushalte ihre Entscheidung auch aufgrund der vorher verwendeten Technologie fällen. Dies kann dazu führen, dass sich neue, innovative Energietechnologien langsamer durchsetzen. In der Analyse werden ebenfalls die Entscheidungen von Haushalten untersucht, bei denen über die Adoption mehrerer Technologien gleichzeitig entschieden werden muss.

Nach der Identifizierung von Entscheidungsroutinen privater Haushalte zur Anschaffung und Nutzung dezentraler Energietechnologien wird ein Auswahlexperiment durchgeführt, um die Präferenzen der potenziellen „Prosumenten“ empirisch zu erheben. Die gewonnen Daten werden schließlich mithilfe von verschiedenen ökonometrischen und multivariaten Analysemethoden untersucht.