Prosumer Haushalte

Befragung von 1000 Haushalten: Rebound-Effekt bei Prosumern?

Haushalte, die einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen, haben einen insgesamt höheren Verbrauch. Darauf deuten erste Ergebnisse der Online-Befragung von 1000 Haushalten des Projekts Prosumer-Haushalte hin. In der im November 2014 mit Hilfe eines Auswahlexperiments durchgeführten Befragung gaben die sogenannten „Prosumer“ deutlich häufiger an, Extraausstattungen und Haushaltsgegenstände mit höheren Stromverbräuchen zu besitzen als Haushalte ohne selbst erzeugtem Strom. Die Prosumer-Haushalte verfügen jedoch auch häufiger über Elektrofahrräder, Elektroautos und Nachtspeicherheizungen.

Die Auswertung der Befragung zeigt außerdem, dass die Möglichkeit selbst produzierten Strom auch selbst verwenden zu können ein wichtiger Faktor bei der zukünftigen Entscheidung für eine Stromerzeugungstechnologie sein wird. Weitere wichtige Entscheidungsfaktoren sind besonders niedrigere Anschaffungs- und Investitionskosten sowie eine kurze Amortisationszeit.

Die empirische Auswertung der Befragung wird in den nächsten Wochen fortgesetzt und im März 2015 in einem Arbeitspapier des Instituts für Future Energy Consumer Needs and Behavior veröffentlicht. Mit der Untersuchung können wertvolle Erkenntnisse für die Politik und für Unternehmen darüber geliefert werden, wie der Anteil der dezentralen Stromerzeugung auf Basis von erneuerbarer Energien durch private Haushalte erhöht werden kann.

Das Projekt „Prosumer-Haushalte“ analysiert die Rolle, Funktion und sozial-ökologischen Potenziale der Prosumer-Haushalte für eine dezentrale Energiewende. Das vom Institute for Future Energy Consumer Needs and Behavior geleitete und gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung durchgeführte Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ gefördert.

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Mehr Informationen und Kontakt:

Dr. Christian A. Oberst